Deutschsprachige Erstaufführung

Frankenstein

von Nick Dear
nach dem Roman von Mary Shelley
Deutsch von Corinna Brocher

Premiere am 19. September 2015 im Grillo-Theater

Inszenierung
Gustav Rueb  
Bühne
Daniel Roskamp  
Kostüme
Dorothee Joisten  
Sounddesign
Heiko Schnurpel  
Dramaturgie
Vera Ring  
Kampftraining/Kämpfe
Klaus Figge  
Das Wesen
Axel Holst  
Victor Frankenstein, ein Wissenschaftler
Thomas Meczele  
Elizabeth Lavenza, Frankensteins Verlobte / Das weibliche Wesen
Silvia Weiskopf  
De Lacey, ein blinder Mann / Monsieur Frankenstein, Victors Vater
Jens Winterstein  
William Frankenstein, Victors Bruder
Janina Sachau  
Gretel, eine Prostituierte / Agatha / Clarice / Baby-Monster
Lisan Lantin  
Ein Freier / Klaus, ein Bettler / Ewan / Baby-Monster
Gregor Henze  
Gustav, ein Bettler / Felix / Rab / Baby-Monster
Sebastian Klein  
Leichen u. a.
Statisterie  

Lange hat sich Victor Frankenstein in sein Labor zurückgezogen, hat geforscht und gearbeitet, um seinen ehrgeizigen Traum zu verwirklichen: Er will Menschen erschaffen, will der Herr über Leben und Tod sein. Doch als die von ihm aus menschlichen Überresten konstruierte Kreatur zum Leben erwacht, jagt sie ihm tödliche Angst ein: Frankenstein flieht, und sein Geschöpf ist auf sich allein gestellt. Immer wieder scheitert es am Kontakt mit der menschlichen Gesellschaft, bleibt zugleich gehasster und verfolgter Außenseiter wie Gefangener des begrenzten und feindlichen Lebensraumes, den sein Schöpfer ihm zugedacht hat. Die ständige Ablehnung, die es aufgrund seiner Andersartigkeit erfährt, lässt das ursprünglich gutartige Wesen nun tatsächlich zum Monster werden, das die erfahrene Gewalt mit grausamer Brutalität zurückgibt. In der Weite des ewigen Eises rechnet es mit seinem “Vater” ab …

Längst ist der Name des Schöpfers zum Synonym für seine Schöpfung geworden: In Mary Shelleys berühmtem Erstlingswerk erscheinen Frankenstein und seine Kreatur als Alter Ego, als Spiegel­bild des jeweils anderen. Nick Dears Bearbeitung, die 2011 ihre umjubelte Uraufführung am Londoner National ­Theatre erlebte, erzählt die Geschichte aus der Perspektive des unter seiner Einsamkeit leidenden Geschöpfes. Dabei wirkt Victor Frankenstein selbst in seinem Ehrgeiz, seiner Verantwortungslosigkeit und Gefühlskälte mitunter monströser als seine Kreatur, in der sich alles spiegelt, was der junge Wissenschaftler so erfolgreich aus seinem Leben verdrängt hat. Shelleys Schauerroman, der seine Leser seit fast 200 Jahren das Gruseln lehrt und unzählige Film-, Bühnen- und Comicvarianten inspiriert hat, fragt nach dem, was das menschliche Wesen letztlich ausmacht: Er erzählt vom Monster im Menschen und dem Menschen im Monster, von Verdrängung, fremdbestimmter und selbstgewählter Isolation und von der ebenso verzweifelten wie vergeblichen Suche nach Akzeptanz, Zugehörigkeit und Liebe.

Gefördert von der Sparkasse Essen.

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