Liebes Publikum!

Unsere vergangene Spielzeit stand ganz im Zeichen des Themas “Widerstand”: Wie die Menschen auf den Straßen und Plätzen Deutschlands, Europas, Nordamerikas und der arabischen Welt kämpften unsere Helden gegen die Widrigkeiten ihrer eigenen Existenz, gegen die Ungerechtigkeit der Welt. Doch wozu der ganze Aufstand? Wie sieht er aus, der Traum von einem besseren Leben, für den man bereit ist, zu kämpfen oder sogar zu sterben?

In der Spielzeit 2012/2013 möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen und den Protagonisten unserer Stücke auf die Suche nach jener “Schönen neuen Welt” machen, nach der sich die Menschheit immer schon sehnte: Immer schon durchstreiften wir die Welt auf der Suche nach dem Gelobten Land, nach Utopia und Schlaraffenland, auf der Suche nach … ja, was? Gerechtigkeit? Freiheit? Gleichheit? Glück? Reichtum? Gesundheit? Medizinischem Fortschritt? Oder gar … Unsterblichkeit?

Und immer schon wurden wir dabei zwangsläufig auch mit den Schattenseiten einer jeden Utopie konfrontiert. Welches sind die Errungenschaften einer Welt, in der alles möglich zu sein scheint, und sind diese wirklich alle von Nutzen? Dürfen wir alles, was wir können? “Das Mögliche ist das Wirkliche”, schrieb Edmund Husserl – im Guten wie im Schlechten.

Begleiten Sie den Bauernjungen Bruno Kruska auf der Suche nach einem besseren Leben “in das Land, das man Rote Erde nennt”, oder den frommen Juden Mendel Singer ins “weltenweite Amerika”. Durchreisen Sie mit dem Global Player Faust Zeit und Raum. Finden Sie heraus, ob das Paradies tatsächlich die beste aller möglichen Welten war. Es erwarten Sie spannende Stoffe und Fragestellungen, neue Regiehandschriften, aber auch viele bekannte Gesichter und ein Ensemble voller Tatendrang.

Nachdem sich in den letzten beiden Spielzeiten unsere Theaterpädagogik neu formiert und mit der Ausrichtung des “Unruh®-Festivals” und der Einladung zum Kinder- und Jugendtheaterfestival WESTWIND ein tolles Saisonfinale hatte, freut es mich außerdem sehr, dass wir im Kinder- und Jugendtheaterbereich in der kommenden Spielzeit besonders viele neue Produktionen anbieten können. Denn die Investition in diesen Bereich ist für uns eine Investition in die Zukunft, nicht nur unseres Theaters, sondern dieser Stadt und der Gesellschaft im Ganzen: Wenn wir unsere jungen Zuschauer mitnehmen können auf unsere Suche nach einer schön(er)en neuen Welt, einer mitdenkenden, diskursfähigen, mit Gestaltungswillen ausgestatteten, multikulturellen, friedfertigen Gesellschaft, dann ist viel gewonnen: welch Utopie!

Ihr
Christian Tombeil

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