Liebes Publikum,

vor Beginn meiner ersten Spielzeit am Schauspiel Essen gab es gegen weiteren Kulturabbau bürgerlichen Widerstand. Es folgte eine Welle der Solidarität mit uns Künstlern. Sie, verehrtes Publikum, haben ein deutliches Zeichen gesetzt, indem Sie unsere Veranstaltungen zahlreich besucht und uns die Treue gehalten haben. Dafür danke ich Ihnen sehr herzlich!

In der Spielzeit 2011/2012 möchten wir Sie einladen, sich gemeinsam mit uns mit den Themen “Widerstand” und “Solidarität” auseinander zu setzen. Wir gehen auf die Suche nach Formen des Widerstehens, aber auch des Solidarisierens, die daraus entstehen können. Welchen Weg wählt der Einzelne? Wie reagiert die Masse? Wo sind die Keimzellen des Widerstands und warum gerade dort? Wo beginnt die Hysterie bzw. die Vermarktung von Volkszorn? – Dies sind nur einige von vielen Fragen, die wir uns gemeinsam mit Ihnen stellen möchten.

Der Wille zur Veränderung ist seit jeher ein grundlegender Impuls künstlerischer Arbeit und unentbehrlich für kreative Prozesse. Aber nicht nur das: Veränderung und vor allem die Bereitschaft zur Bewegung ist auch Grundlage für demokratische Prozesse und die Weiterentwicklung politischer Systeme.

Lassen Sie uns diese Herausforderung gemeinsam annehmen und Veränderung als belebendes Element begreifen!

Ich wünsche Ihnen und uns eine spannende Spielzeit 2011/2012!

Ihr
Christian Tombeil
Intendant