Politischer Salon Essen

Der POLITISCHE SALON Essen – gegründet bereits im Jahr 2008 – wurde in der Saison 2013/2014 erfolgreich neu gestartet. Und auch in der neuen Spielzeit steht das Format wieder im Programm.

Wie wollen wir leben? In einer Zeit, in der uns globale Risiken und Nöte wieder und wieder die Grenzen unseres Planeten aufzeigen? Schlagworte wie Wirtschafts- und Finanzkrise, Klimawandel, Verknappung an Wasser, Nahrungsmitteln und landwirtschaftlicher Fläche, Flüchtlingsströme, zunehmende Ungleichheiten zwischen Arm und Reich weltweit sowie in den Ländern Europas begegnen uns täglich in den Medien – die Herausforderungen an eine funktionierende Nachhaltige Entwicklung steigen. Der POLITISCHE SALON Essen möchte Sie über diese Fragen informieren und mit Ihnen zukunftsfähige Perspektiven und Alternativen zu unseren jetzigen gesellschaftlichen Werten und politischen Entscheidungen diskutieren, neue Wege des Erwerbslebens und ungewöhnliche Lebensstilen aufzeigen. Wir wollen Anstöße für global verantwortliches Denken und Handeln geben und Vernetzungen anregen. Nur wenn Akteure aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammenarbeiten, sind wir den anstehenden Veränderungen gewachsen und kann das Ruhrgebiet einen Beitrag zu einer gerechten Transformation der Gesellschaft leisten.

Veranstalter: Steuerungsgruppe der Stadt Essen und das Netzwerk Faire Metropole Ruhr

 

Montag, 8. Mai 2017, 20:00 Uhr, Café Central International

Gutes Essen – arme Erzeuger?

Verbraucherinnen und Verbraucher achten zunehmend darauf, unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen Produkte des täglichen Bedarfs hergestellt werden. Ob Kaffee, Kakao, Obst und Gemüse – die Produkte sollen mit guten Gewissen gekauft werden können. Hier versprechen Siegel und Label Orientierung und helfen im Supermarkt Kaufentscheidungen zu treffen. Und damit ist alles in Ordnung für Erzeuger und Umwelt?

Inzwischen gibt es eine unübersichtliche Anzahl von Siegeln und Label, die von den Konsumentinnen und Konsumenten kaum noch zu durchschauen ist. Es gibt unabhängige Zertifizierungen, unternehmenseigene Siegel und freiwillige Selbstverpflichtungen, bei denen wir als Verbraucherinnen und Verbrauchen in unseren Alltagsentscheidungen kaum beurteilen können, welchen Standards sie entsprechen.

Wie können wir beim Einkauf die Glaubwürdigkeit der verschiedenen Siegel einschätzen? Schaffen es die Siegel tatsächlich in den Erzeugerländern zu ökologischen und sozialen Verbesserungen vor allem für kleinstrukturierte Betriebe beizutragen? Oder profitieren am Ende nur wir und unser gutes Gewissen vom guten Essen?

Darüber diskutieren auf dem Podium:

  • Bernhard Burdick, Verbraucherzentrale NRW
  • Dr. Günter Maas, Bioland Landwirt aus Essen
  • Friedel Hütz-Adams, Südwind Institut Bonn

Moderation:
Anja Stiehl

Zum Einstieg liest Sven Seeburg aus dem Ensemble des Schauspiel Essen Szenen aus „Das Fieber“ von Wallace Shawn.

Veranstalter: EXILE e.V. und BUND Kreisgruppe Essen

 

Montag, 26. Juni 2017, 20:00 Uhr, Café Central International

Sichere Regionen in Afghanistan – sind Abschiebungen asyl- und menschenrechtlich vertretbar?

Mit Verweis auf „internen Schutz“ werden immer mehr Asylanträge von Menschen aus Afghanistan vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt. Gerade die Hauptherkunftsregionen in Afghanistan werden dabei als „sicher“ eingestuft. Einer asylrechtlichen und menschenrechtlichen Betrachtung hält diese geänderte Entscheidungspraxis des BAMF jedoch nicht stand, wie auch der UNHCR mit Blick auf die sich immer weiter verschlechternde Sicherheitslage im Land kritisiert. Haben 2015 noch 78 % der afghanischen Asylbewerber einen Schutzstatus erhalten (davon 47 % Flüchtlingsstatus), waren es im Jahr 2016 nur noch 60 % (davon 22 % Flüchtlingsstatus).

Laut UNHCR ist das gesamte Staatsgebiet Afghanistans von einem innerstaatlichen bewaffneten Konflikt betroffen, der sich im Laufe des Jahres 2016 weiter ausgebreitet hat. Nicht nur das Ausmaß willkürlicher Gewalt in vielen Gebieten Afghanistans, sondern auch Verfolgung durch die Taliban oder andere Gruppen, die über weitreichende Netzwerke verfügen, spielt bei der Bewertung eine Rolle. Die Zunahme von Vertreibung innerhalb Afghanistans durch bewaffnete Konflikte sowie eine vermehrte Zahl an (gezwungenen) Rückkehrern, v.a. aus Pakistan, verschärft die Situation jedoch weiter, da damit gravierende Belastungen der Aufnahmekapazitäten und der Infrastruktur einhergehen. Werden Rückkehrer unmittelbar nach ihrer Ankunft zwar für kurze Zeit untergebracht, fehlt oft eine weiterreichende Perspektive.

Verweist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf „sichere Regionen“, muss eine Neuansiedlung jedoch auch zumutbar für die Betroffenen sein hinsichtlich Sicherheit, Achtung der Menschenrechte und Möglichkeiten der Existenzsicherung.

Zum Einstieg lesen Mitglieder des Schauspielensembles aus Texten zum Thema.

Veranstalter: EXILE e.V.

 

Der Eintritt beim POLITISCHEN SALON ist frei.
Kostenlose Zählkarten erhalten Sie im TUP-TicketCenter, II. Hagen 2.
 

Termine in der Spielzeit 2016/2017:
26. September, 28. November 2016; 20. Februar, 8. Mai, 26. Juni 2017, Café Central International
 

Mehr Infos unter www.facebook.com/PolitischerSalon

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