Wir alle für immer zusammen
von Guus Kuijer
Für die Bühne bearbeitet von Philippe Besson und Andreas Steudtner
Nach der Übersetzung ins Deutsche von Sylke Hachmeister
Für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren
Premiere am 5. Oktober 2012, Casa
- Inszenierung
- Siegfried Hopp
- Bühne
- Fabian Lüdicke
- Kostüme
- Elena Ortega
- Dramaturgie
- Judith Heese
- Polleke
- Anna Döing
- Mimun / Vater / Schüler / Pförtner
- David Simon
- Caro / Mutter / Oma / Mutter von Mimun / Schüler
- Ines Krug
- Lehrer / Opa / Sina / Diana
- Markus Rührer
Es könnte wirklich besser laufen, findet die 11-jährige Polleke: Ihre Mutter liebt ausgerechnet den Klassenlehrer, ihr Vater Spiek gehört der schwierig zu handhabenden Kategorie UP (unnormaler Papa) an und sie selbst ist verrückt nach dem Marokkaner Mimun. Der kann allerdings nicht länger mit ihr zusammen sein, da Polleke Dichterin werden will und seine Kultur das für Frauen angeblich nicht erlaubt. Mimun ist Moslem und soll später eine Frau mit gleichem Glauben heiraten. Wenn Polleke mal wieder fürchtet, “an einer merkwürdigen Mutter” zu sterben, wünscht sie sich, sie hätte auch einen Glauben und könnte wie ihre Großeltern zu Gott beten. Dann würde sie vor allem ein gutes Wort für Spiek einlegen, der in immer neue Schwierigkeiten gerät – aktuell heißt die Schwierigkeit Untersuchungsgefängnis. Und Polleke scheint die einzige zu sein, die noch zu ihm hält. Gleich nach der Schule radelt sie los, um der Polizei, die ihren Papa vermutlich nicht richtig versteht, alles zu erklären …
Polleke erlebt eine Kindheit fernab jeglicher traditioneller Vater-Mutter-Kind-Konstellation. Gewitzt balanciert sie zwischen den Einschränkungen und Möglichkeiten, die ihr die Erwachsenenwelt vorgibt, und wirkt dabei verantwortungsbewusster und entschiedener als alle Großen zusammen. Aufgeben ist nicht, auch wenn es kompliziert wird – selbstbewusst geht Polleke ihren Weg.
Guus Kuijer zählt zu den bekanntesten niederländischen Autoren und wurde für sein Gesamtwerk mit dem Holländischen Staatspreis ausgezeichnet. 2002 erhielt er für seine Geschichte über das turbulente Leben der aufgeweckten Polleke den Deutschen Jugendliteraturpreis. 2012 folgte der Astrid-Lindgren-Preis, die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur. In Potsdam 2007 uraufgeführt, ist “Wir alle für immer zusammen” seitdem deutschlandweit auf Theaterbühnen zu sehen.
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