supernova (wie gold entsteht)

von Philipp Löhle

Premiere in der Casa am
2. Juni 2012 / Wiederaufnahme am 28. September 2012

Inszenierung
Katja Blaszkiewitz  
Bühne, Kostüme und Video
Kathrin Hauer
Christina Hillinger  
Musik
Roman Keller  
Dramaturgie
Judith Heese  
Friedrich
Jens Ochlast  
Emma
Ines Krug  
Laura
Lisa Jopt  
Berry, Michl
Jan Pröhl  
Wolf
Holger Kunkel  
Henning
Sven Seeburg  
Freundin, Latzhosen, Arzt
Lisa Jopt
Holger Kunkel
Jan Pröhl
Sven Seeburg  

Der gelernte Geologe Friedrich hat bereits zwölf unbezahlte Praktika auf dem Buckel, als er sich ein Herz fasst und Berry, seinem aktuellen Chef, mal so richtig Kontra gibt: “Sorry. Das musste mal raus.” Ein normal bezahlter Acht-Stunden-Job, ein Auto vor der Tür, sonntags Tatort und ein, zwei Mal Urlaub im Jahr, das ist doch nicht zu viel verlangt! Dass seine Freundin Laura als Immobilienmaklerin locker für ihn mitverdient, macht die Sache nicht leichter. Doch das Blatt wendet sich: Friedrich entdeckt im Wald einen Klumpen Gold. Und wo ein Klumpen ist, da ist auch noch mehr. Er pimpt ein paar Computeranalysen auf – für irgendwas muss das Geologiestudium schließlich gut sein – und bietet Berry ein unwiderstehliches Geschäft an: die Ausbeutung der Goldreserven. Endlich bekommt Friedrich ein Stück vom Kuchen. Einschließlich Dienstwagen und Lauras Anerkennung. Da halten ihn auch keine Öko-Demonstranten auf. Die Bäume müssen den Goldsuchern weichen. Jetzt muss das Gold nur noch gefunden werden.
Friedrichs Mutter Emma indes hat ganz andere Sorgen: Ihre einsamen Gedanken kreisen – das Klimakterium lässt grüßen – um die fixe Idee, ihr Leben zu ändern. Der zweite Frühling via parship.de und ein Seniorenstudium sollen Abhilfe schaffen. An der Uni recherchiert sie das Leben eines badischen Revolutionärs und kommt einem Schatz auf die Spur, den dieser Mitte des 19. Jahrhunderts irgendwo im Schwarzwald vergraben haben muss.
Diese Handlungsstränge verbinden sich zu einem Spiegelbild unserer vergeblichen Kämpfe und unserer verzweifelten Gier. Mit absurdem Humor zeigt das Stück die Tragikomik menschlichen Strebens: Da wird spekuliert ohne realen Gegenwert und Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt für ein vages Stückchen Glück.

Der 1978 geborene Dramatiker Philipp Löhle bekam für sein Stück “Genannt Gospodin” den Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und wurde für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert. Beim Heidelberger Stückemarkt wurde sein Jugendstück “Lilly Link” mit dem Jurypreis ausgezeichnet. Von 2008-2010 war er Hausautor am Maxim Gorki Theater in Berlin. “supernova (wie gold entsteht)” wurde im Januar 2011 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt. Laut “Theater der Zeit” zählt Philipp Löhle zu den “erfolgreichsten und interessantesten Dramatikern der Gegenwart”.

Mit freundlicher Unterstützung der GENO BANK ESSEN.

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