My Fair Lady

nach George Bernard Shaws „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal
Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner
Musik von Frederick Loewe
Deutsch von Robert Gilbert

Wiederaufnahme in der Spielzeit 2016/2017 am 15. Oktober 2016 im Grillo-Theater

Inszenierung
Robert Gerloff  
Musikalische Leitung
Hajo Wiesemann  
Choreografie
Stephan Brauer  
Bühne
Maximilian Lindner  
Kostüme
Johanna Hlawica  
Videografie
Heta Multanen  
Dramaturgie
Carola Hannusch  
Eliza Doolittle
Anne Schirmacher  
Henry Higgins
Jan Pröhl  
Oberst Pickering
Sven Seeburg  
Alfred P. Doolittle
Thomas Büchel  
Mrs Higgins, Mrs Eynsford-Hill
Ingrid Domann  
Freddy Eynsford-Hill
Philipp Noack  
Mrs Pearce, Clara Eynsford-Hill, Pete, Dame der Gesellschaft
Laura Kiehne  
Zoltan Karpathy, Passant, Barkeeper George, Dienstbote, Sir Toby
Rezo Tschchikwischwili  
Jamie, Passant, Dienstbote, Admiral von Schneider
Thomas Meczele  
Harry, Passant, Dienstbote, Mr Pommeroy
Stephan Brauer  
Butler James, Passant, Pete, Lord Winterbottom
Jan Rogler  
Musiker
Albert Hametoff
Sandra Klinkhammer
Christoph König
Maurice Maurer
Tobias Sykora
Hajo Wiesemann  

Henry Higgins hat eine Passion: Sprache! Der Phonetiker erkennt auf Anhieb jeden Slang und weiß genau, woher jemand kommt, sobald die- oder derjenige nur den Mund aufmacht. Auch das Blumenmädchen Eliza Doolittle hat er gleich in eine Schublade gesteckt: derb und ungebildet und aus einfachen Verhältnissen stammend. Schublade zu. Doch dann packt ihn der Ehrgeiz. Wetten, dass er binnen sechs Monaten aus der frechen Göre eine feine Dame machen kann? Dafür müsste er ja nur ihren Gossenjargon in gesellschaftsfähigen Konversationston verwandeln. Denn so wie Kleider Leute machen, macht es die Sprache doch noch viel mehr! Also wird erbarmungslos gepaukt und intoniert. Während Eliza dabei vom sozialen Aufstieg träumt, sieht der eingefleischte Junggeselle Higgins in ihr nur ein ideales Versuchsobjekt – und ignoriert vehement, dass ihm das rotzige Blumenmädchen eigentlich sehr gefällt …

Wie viel verrät Sprache über einen Menschen und dessen Herkunft? Inwiefern stigmatisieren ihn Wortwahl, Dialekt und Sprachschatz? Ist der „richtige Ton“ die Eintrittskarte zu einer besseren Welt? Oder verliert man mit ihm einen Teil der eigenen Identität? George Bernard Shaw nimmt 1913 in seiner Komödie „Pygmalion“ romantische Aufstiegsträume und menschlichen Perfektionswahn aufs Korn. Was ein selbstloser Bildungsauftrag zu sein scheint, entpuppt sich bald als männliche Allmachtsphantasie. Beim Wunsch, ein Wesen nach seinen Vorstellungen zu formen, verliert Higgins das junge Mädchen und dessen Gefühle dermaßen aus den Augen, dass die Sprecherziehung für Eliza zwangsläufig auch zu einer Schule der Emanzipation wird. Frederick Loewe und sein Librettist Alan Jay Lerner brachten 1956 den Stoff als Musical an den Broadway: „My Fair Lady“ gehört seitdem mit Evergreens wie „Es grünt so grün“ oder „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ zu den beliebtesten Musicals aller Zeiten.

 

Titelfoto und Bilderstrecke: Martin Kaufhold

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