Kabale und Liebe

Ein bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Schiller

Wiederaufnahme am 14. Januar 2014, Grillo-Theater

Inszenierung
Martina Eitner-Acheampong  
Bühne
Jan Steigert  
Kostüme
Yvette Schuster  
Dramaturgie
Judith Heese
Anna-Sophia Güther  
Präsident von Walter, am Hof eines deutschen Fürsten
Jan Pröhl  
Ferdinand, sein Sohn, Major
Johann David Talinski  
Hofmarschall von Kalb
Stefan Diekmann  
Lady Milford, Favoritin des Fürsten
Karin Moog  
Wurm, Haussekretär des Präsidenten
David Simon  
Miller, Stadtmusikant
Sven Seeburg  
Luise, dessen Tochter
Lisa Jopt  
Barsängerin
Eva Kurowski  
Musiker
Michael Gosen
Gregor Hengesbach  

Was Flötenunterricht anrichten kann! Ohne die Stunden bei Musiklehrer Miller hätten sich die bürgerliche Luise, Millers einzige Tochter, und der adlige Major Ferdinand niemals kennen und lieben gelernt – und einen vielleicht weitaus glücklicheren Lebensweg eingeschlagen. Nun beruht ihre junge Liebe aber auf Gegenseitigkeit und entgegen der Pläne, die ihre Väter für sie haben, verteidigen sie die nicht standesgemäße Verbindung mit aller Kraft. Ferdinands Vater, Präsident von Walter, interessiert das herzlich wenig. Aus politischen Gründen will er seinen Sohn um jeden Preis mit Lady Milford, der Geliebten des Herzogs, vermählen, wodurch sich sein eigener Einfluss bei Hofe bedeutend vergrößern würde. Um Ferdinand dazu zu bewegen, sich von Luise loszusagen und der Zweckehe zuzustimmen, spinnt der Präsident – angetrieben von Haussekretär Wurm – eine perfide Intrige, die seinen Sohn glauben macht, Luise betröge ihn. Das grausame Spiel geht auf: Aus tiefster Zuneigung wird rasende Eifersucht. Und so ist es letztlich Ferdinands eigener Mangel an Vertrauen, der die beiden Liebenden das Leben kostet.

Im Alter von 23 Jahren schrieb Friedrich Schiller mit dem bürgerlichen Trauerspiel “Kabale und Liebe” sein drittes Bühnenwerk. 1784 in Frankfurt/Main uraufgeführt, ist dieser Klassiker des Sturm und Drangs eine radikale Abrechnung mit der herrschenden Gesellschaftsordnung, der damals streng bewahrten Grenze zwischen Adel und Bürgertum. Die Anarchie, mit der vor allem Ferdinand zu verhindern versucht, ein ihm nicht zusagendes Lebensmodell aufgezwungen zu bekommen, und die niederträchtige Verbissenheit, mit der die ältere Generation wiederum an der Welt, wie sie sie kennt, festhält, sind nur zwei Facetten eines Generationenkonflikts, der nicht weniger zeitlos ist als der ebenso thematisierte Gegensatz zwischen individuellem Interesse und gesellschaftlicher Norm.

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