Uraufführung
Die Ästhetik des Widerstands
nach dem Roman von Peter Weiss
für die Bühne bearbeitet von Tilman Neuffer und Thomas Krupa
Premiere im Grillo-Theater
24. Mai 2012/Wiederaufnahme am 18. April 2013
- Inszenierung
- Thomas Krupa
- Bühne, Kostüme, Videografie
- Jana Findeklee
Joki Tewes
Andreas Jander - Musik
- Mark Polscher
- Dramaturgie
- Tilman Neuffer
- Erzähler
- Stefan Diekmann
- Horst Heilmann, Richard Stahlmann
- Jannik Nowak
- Hans Coppi, Jakob Rosner
- Clemens Giebel
- Vater des Erzählers, Willi Münzenberg, Arvid Harnack
- Eric van der Zwaag
- Mutter des Erzählers, Ilse Stöbe
- Melanie Lüninghöner
- Max Hodann
- Matthias Breitenbach
- Lise Lindbaek, Charlotte Bischoff
- Bettina Schmidt
- Marcauer, Karin Boye, Libertas Schulze-Boysen
- Silvia Weiskopf
- Otto Katz, Herbert Wehner, Adam Kuckhoff
- Tom Gerber
- Rosalinde von Ossietzky-Palm, Mildred Harnack
- Laura Kiehne
- Anna Krauss
- Ingrid Domann
Spanien, Paris, Stockholm: Das sind die Stationen des Exils, die ein junger Berliner Arbeiter in den Jahren 1937 bis 1945 im Widerstand gegen den Hitlerfaschismus zurücklegt. Stets leidet er darunter, dass er sich nur unter sehr großen Anstrengungen bilden kann, jedoch Bildung benötigt, um die Welt zu deuten und in ihr tätig zu werden. Peter Weiss schickt teils frei erfundene, teils historisch authentische Personen auf eine surreale Reise durch eine sich auflösende Welt. Er erzählt dabei nicht nur von den Konflikten innerhalb des linken antifaschistischen Widerstands und davon, wie das Leben im Untergrund die Menschen geformt, sie deformiert hat, sondern auch von der Bedeutung von Kunst-Erfahrung, von Ästhetik für den gemeinsamen politischen Kampf. Der Roman ist gleichsam eine Schule der Wahrnehmung des Widerstands und dessen kollektiver Erinnerung, die er als verdrängte Geschichte sinnlich erfahrbar macht.
Drei Bände, 1000 Seiten, zehn Jahre Arbeit – 1981 vollendete Peter Weiss kurz vor seinem Tod den Roman “Die Ästhetik des Widerstands”. Das Werk des literarischen Malers und malenden Literaten wurde zu einem Kultbuch. Seine ungeheure Sprachkraft und der am Film geschulte, musikalische Aufbau sind ästhetisch einzigartig. Der Roman zeigt, was für eine wichtige Rolle Kunst für die demokratische Entwicklung einer Gesellschaft spielt. Und wie überlebensnotwendig eine Kultur, die Diskussion und Widersprüche zulässt, nicht nur für unsere Gesellschaft, sondern auch für diejenige ist, die sich wie zurzeit in Nordafrika erst demokratische Freiheiten erkämpfen muss. “Neues schaffen heißt Widerstand leisten. Widerstand leisten heißt Neues schaffen.” (Stéphane Hessel)
Maler, Filmregisseur, Theaterautor und Romancier Peter Weiss
(1916–1982) emigrierte 1934 von Deutschland über London und Prag nach Schweden. 1960 erschien sein erstes Prosabuch “Der Schatten des Körpers des Kutschers”. Daran schlossen sich 1961 und 1962 “Abschied von den Eltern” und “Fluchtpunkt” an. In den folgenden Jahren feierte Weiss u. a. mit den Theaterstücken “Marat/Sade” und “Die Ermittlung” Welterfolge. Zwischen 1975 und 1981 veröffentlichte er die Roman-Trilogie “Die Ästhetik des Widerstands”. Immer wieder auch für den Nobelpreis vorgeschlagen, wurde der Autor 1982 posthum mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Theaterbesucher, die die Vorstellungen besuchen, erhalten die Gelegenheit, Drucke von acht weltberühmten Gemälden, die in “Die Ästhetik des Widerstands” eine wichtige Rolle spielen und von Peter Weiss im Roman ausführlich beschrieben werden, in den Seitenfoyers des Grillo-Theaters zu besichtigen.
Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Essen und des Freundeskreises Theater und Philharmonie Essen e.V.
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