Der Sturm

von William Shakespeare
Deutsch von B. K. Tragelehn

Wiederaufnahme in der Spielzeit 2015/2016 am 31. Oktober 2015 im Grillo-Theater

Inszenierung
Thomas Krupa  
Bühne
Andreas Jander  
Kostüme
Nina Hofmann  
Musik
Mark Polscher  
Videographie
Stefano Di Buduo  
Choreographie
Denis Untila  
Dramaturgie
Florian Heller  
Prospero
Jens Winterstein  
Ariel
Janina Sachau  
Caliban
Axel Holst  
Miranda
Lisan Lantin  
Ferdinand
Philipp Noack  
Stephano / Sebastian
Matthias Breitenbach  
Trinculo / Antonio
Leopold von Verschuer  
Gonzalo
Sven Seeburg  
Alonso
Rezo Tschchikwischwili  

Das Schiff des Königs von Neapel gerät in einen heftigen Sturm und sinkt. An Bord befinden sich neben König Alonso auch dessen Sohn Ferdinand, Sebastian, der Bruder des Königs, und Antonio, der Herzog von Mailand. Wie durch ein Wunder bleiben alle Passagiere unverletzt und stranden, in kleinen Gruppen verstreut, auf einer Insel. Dieses scheinbare Wunder aber ist keines: Katastrophe und Rettung entpuppen sich als Werk Prosperos, der mit seiner Tochter Miranda auf der Insel lebt und hier mittels Magie herrscht. In den Reihen seiner Diener finden sich neben Caliban, einer halb menschlichen, halb monströsen Kreatur, auch mächtige Geister wie Ariel, mit dessen Hilfe Prospero nun die Geschicke der Schiffbrüchigen lenkt. Und das aus gutem Grund, war Prospero doch vor Jahren selbst Herzog von Mailand, bis er von seinem Bruder Antonio in einem perfiden Staatsstreich entmachtet und auf dem Meer ausgesetzt wurde. Nun aber ist die Zeit für seine Rache gekommen. Meisterhaft verwebt Shakespeare in seinem letzten Stück jene Themen, die ihn von Beginn seines Schaffens an beschäftigt haben: Liebe und Politik. Seine Figuren greifen nach der Macht, sobald sie in ihren Dunstkreis kommen, und gehen dafür über Leichen – im Zweifelsfall sogar über die des eigenen Bruders. Auch Prospero ist mehr kühl kalkulierender Politiker als weiser Magier: Besessen von seinen Racheplänen inszeniert und manipuliert er das Schicksal seiner Feinde ebenso wie das des von ihm brutal unterworfenen Inselvolks und sogar das seiner eigenen Tochter. Er steht damit exemplarisch für eine Gesellschaft, die sich im Politischen ebenso wie im Privaten – und stets im Namen der Gerechtigkeit – durch Machtansprüche und -kämpfe definiert: heute wie vor 400 Jahren.

 

Titelfoto und Bilderstrecke: Thilo Beu

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