Uraufführung

Das Prinzip Jago

nach Motiven aus „Othello“ von William Shakespeare
von Volker Lösch, Oliver Schmaering und Ulf Schmidt
Mitarbeit: Vera Ring

Premiere am 1. Oktober 2016 im Grillo-Theater

Inszenierung
Volker Lösch  
Bühne und Kostüme
Carola Reuther  
Videografie
Daniel Frerix  
Dramaturgie
Vera Ring
Ulf Schmidt  
Nick Walter
Stefan Diekmann  
Ulrich Sonntag
Thomas Büchel  
Anja Luhmann
JaŰla Carlina Probst  
Susanne Weibel
Ines Krug  
Ben Sützl
Thomas Meczele  
Petra Bolz
Silvia Weiskopf  
Frank Baecker
Jan Pröhl  
Christoph Arnheim
Alexey Ekimov  
Kamerateam
Linus Twardon
Aless Wiesemann  
Lara
Frida Lina Büchel
Sitha Zara Hildebrand  
Einsatzleiter
Kalle Spies  

Er treibt seit nunmehr über 400 Jahren sein Unwesen auf den Bühnen – und wirkt doch, als wäre er gerade eben aus dem Fernseher gesprungen: Jago, der Anti-Held, Verkörperung des Manipulators, Intriganten, Rassisten und Zerstörers. Bei Shakespeare „nur“ Gegenspieler Othellos, wird er in der Essener Spielzeiteröffnung zur Hauptfigur. Denn in der heutigen Medienwelt findet der Wortverdreher, Illusionist und Gerüchteschmied erst sein wahres Paradies: Gerade heute ist die Welt anfällig für einen Jago, der keinerlei Skrupel hat, mit allen verfügbaren Mitteln seine Mitmenschen zu beeinflussen, zu manipulieren und sich dienstbar zu machen. Für einen Demagogen, dem es beispiellos gelingt, sich in einer Situation kollektiver Überforderung und einem Klima der Angst die Mechanismen der Berichterstattung sowie die Konkurrenz um Quoten, Klicks und Likes zunutze zu machen, um seine eigene „Wahrheit“ zu generieren.
Was wäre, wenn ein teuflischer Jago nicht in die frühbarocke Welt Venedigs käme, sondern in unserer Zeit in einen lokalen Essener Fernsehsender? Wenn er sich nicht mehr nur der Sprache für seine Lügen, Gerüchte und Erzählungen bedienen könnte, sondern das gesamte massenmediale Arsenal unserer Gegenwart zur Verfügung hätte? Wenn sich sein Rassismus nicht nur gegen eine Person wie Othello richtete, sondern er ganze Bevölkerungsgruppen denunzieren und dem Verderben überantworten könnte? Wo würde Jago heute die Verbündeten finden, die ihm bei der Zerstörung der demokratischen Ordnung nur allzu gerne helfen würden? Und wie würde es Jago gelingen, die um Wahrheit bemühten Kollegen als „Lügenpresse“ dastehen zu lassen?

Auf der Grundlage von Shakespeares mörderischer Tragödie entsteht in Zusammenarbeit erfahrener Theaterautoren mit dem Regisseur, der Dramaturgie und der Bühnenbildnerin ein Abend, der Shakespeares spannenden Bühnenkrimi in die heutige Welt transportiert und dabei zugleich die schon vor 400 Jahren beschriebenen Mechanismen zeigt, mit denen rassistisches Denken sich durch skrupellosen Medienmissbrauch zu einer tödlichen Gefahr entwickelt.

 

Gefördert von der Sparkasse Essen.
 

Der Stücktext “Das Prinzip Jago” von Volker Lösch, Oliver Schmaering und Ulf Schmidt als PDF-Download
 

Klicken Sie hier, wenn Sie den Beitrag von Kerstin Edinger über Das Prinzip Jago auf ZDF heuteplus sehen möchten.
 

Mehr Infos zum Writers Room-Projekt “Das Prinzip Jago” unter postdramatiker.de
 

#DasPrinzipJago
 

Titelfoto und Bilderstrecke: Birgit Hupfeld

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