Uraufführung

Das beste aller möglichen Leben

von Noah Haidle
Deutsch von Barbara Christ

Premiere am 2. Oktober 2015 in der Casa

Inszenierung und Bühne
Thomas Krupa  
Kostüme
Johanna Denzel  
Dramaturgie
Florian Heller  
Christopher
Stefan Diekmann  
East
Marcus Staab  
Naomi
Stephanie Schönfeld  

Die Sache mit dem Kinderkriegen haben sich East und Naomi anders vorgestellt – ganz anders. Doch jetzt ist das Kind da: Um fünf Uhr morgens liegt es, augenscheinlich frisch geboren, in einem Körbchen auf der Türschwelle des Paares. Und damit fangen die Merkwürdigkeiten erst an, denn innerhalb weniger Minuten lernt der Kleine tanzen, dann sprechen, wächst rapide, und keine Stunde später trinkt er raue Mengen Kaffee, raucht Kette und sinniert über die conditio humana. Keine leichte Auf­gabe für die plötzlichen Eltern, dem hastig Christopher genannten Jungen die Geheimnisse der Welt und des menschlichen Lebens zu vermitteln, bevor er in der Midlife-Crisis angekommen ist.

In dieser pechschwarzen Komödie rast ein Dasein im Schnelldurchlauf in einen Strudel aus Familie, Glück, Liebe, Exzess, Gewalt und Depression. Nach und nach gerät Christophers Zeitraffer-Leben in der Küche von East und Naomi bedrohlich außer Kontrolle und stößt die beiden nebenbei auf ihre eigenen ungelösten Probleme. Humorvoll und berührend, aber auch grotesk und beängstigend legt das Stück unerbittlich den Finger in eine ewige menschliche Wunde, indem es die banalste und abgründigste aller Fragen radikal stellt: Wie sollen wir die Zeit nutzen, die uns an jedem einzelnen Tag auf dieser Welt gegeben ist?

Es sind stets die großen Fragen und Themen, die Noah Haidle, geboren 1978 in Michigan, zum Kern seiner Stücke macht: Es geht um Liebe und Tod, um Älter- und Altwerden, um Einsamkeit und Verlust – um ein ganzes Leben eben.

 

Titelfoto und Bilderstrecke: Thilo Beu

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