Caspar Hauser

nach dem Roman „Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens“ von Jakob Wassermann
Bühnenfassung von polasek&grau

Premiere am 4. Dezember 2015 in der Casa

Konzeption
polasek&grau  
Inszenierung
Jana Milena Polasek  
Bühne
Stefanie Grau  
Kostüme
Natalia Nordheimer  
Musik und Komposition
Helena Daehler  
Musikalische Co-Produktion
Moritz Vontobel  
Dramaturgie
Florian Heller  
Caspar Hauser
Silvia Weiskopf  
Erzählerin, Anna Daumer, Frau Quandt, Frau Imhoff
Ines Krug  
Professor Daumer, Lord Stanhope, Polizeileutnant Hickel
Jens Winterstein  
Wärter Hill, Bürgermeister Binder, Staatsrat von Feuerbach, Lehrer Quandt
Stefan Diekmann  

Eines Tages taumelt ein junger Mann durch die Stadt – verwahrlost, hungrig und verwirrt. Er kann kaum gehen, kaum sprechen, seinen Namen aber schreibt er unter Mühen auf einen Zettel: Caspar Hauser. Woher er kommt, wer seine Eltern sind, das kann er nicht beantworten. Er erinnert sich nur daran, in völliger Dunkelheit eingesperrt gewesen zu sein. Die Bevölkerung bestaunt den Findeljungen, für den das Sonnenlicht genauso neu ist wie die Existenz anderer Menschen. Ein Phänomen – auch für die Wissenschaft! Und so nimmt Gymnasialprofessor Daumer ihn bei sich auf. Caspar lernt rasend schnell und stellt schon bald komplexe Fragen nach Identität, Gott und Wahrheit. Die naive Sicht des bisher in keiner Weise mit Erziehung in Kontakt geratenen Knaben liefert Daumer ungeheure Erkenntnisse über das Wesen des Menschen. Doch Caspar wird zum Versuchsobjekt: Interesse verwandelt sich in menschenverachtende Experimentierlust, aus Mitleid wird Voyeurismus. Bei seiner Welterkundung muss Caspar feststellen, dass Lüge, Hass und Grausamkeit ebenfalls zu den Errungenschaften menschlicher Zivilisation gehören …

Die Geschichte des 1828 in Nürnberg aufgegriffenen Findelkindes Caspar Hauser ist ungeheuer faszinierend. Bis heute ist die Identität des fünf Jahre später Ermordeten ungeklärt, so dass die Spekulationen, es handele sich um den entführten Erbprinzen von Baden, nie völlig entkräftet werden konnten. Jakob Wassermann liefert in seinem Roman „Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens“ aus dem Jahr 1908 nicht nur eine anrührende Charakterstudie des naiven Fremdlings, sondern seziert zugleich eine Gesellschaft, die im Bestreben, aus der unzivilisierten Kreatur einen gebildeten Menschen zu machen, eben jenen Menschen komplett aus dem Blick verliert.

Gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

 

Titelfoto und Bilderstrecke: Thilo Beu

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