3. Kammerkonzert der Essener Philharmoniker »epochal«

Olivier Messiaen: “Quatuor pour la fin du temps”
Mit Ansprache von Oberbürgermeister Reinhard Paß

Konzert am 9. November 2014, 11:00 Uhr, im Grillo-Theater

“Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.” Dieses Zitat Ingeborg Bachmanns charakterisiert in besonderer Weise Olivier Messiaens kammermusikalisches Opus magnum “Quatuor pour la fin du temps” (“Quartett für das Ende der Zeit”). In jeder Hinsicht sprengt dieses Werk die Grenzen der Kammermusik. Entstanden ist es 1940/1941 im deutschen Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A in Görlitz, wo es am 15. Januar 1941 vor 400 Gefangenen uraufgeführt wurde. Seine außergewöhnliche Besetzung ist der Situation im Lager geschuldet: Neben Messiaen, der selber Klavier spielte, gab es nur noch einen Klarinettisten, einen Geiger und einen Cellisten. Das rund fünfzigminütige Werk umfasst acht Sätze, die immer wieder auf die Offenbarung des Johannes verweisen. Messiaen reiht sich damit in die Gruppe der Künstler ein, die die Schrecken des Krieges durch ihre tiefe Gläubigkeit und nicht zuletzt durch Kunst zu überwinden versuchten. Der Glaube an die Kraft der Kunst half vielen von ihnen, die Gräuel des Krieges zu überstehen. Anlässlich des vielleicht symbolträchtigsten Datums der deutschen Geschichte erinnern Mitglieder der Essener Philharmoniker und des Schauspiel Essen in Musik und Texten an die Opfer von Krieg, Unterdrückung und Gewalt. Eröffnet wird das Konzert von Oberbürgermeister Reinhard Paß.

Es spielen: Harald Henrichs, Klarinette; Florian Geldsetzer, Violine; IstvÓn-Alexander Gaal, Violoncello; Melanie Geldsetzer, Klavier (als Gast).
Es lesen: Ingrid Domann und Jens Winterstein.

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